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Lebensversicherungen auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit?

28.02.2011 | 13:00

Die erneute Senkung des Garantiezinses für kapitalbildende Lebensversicherungen zum 1. Januar 2011 hat die Diskussion um Lebensversicherungen als Kapitalanlage weiter verschärft. In der Fachpresse finden sich deutliche Worte: nicht nur vom Weg in die Bedeutungslosigkeit, sondern sogar vom Verlust der Existenzberechtigung ist die Rede.

Die Senkung des gesetzlichen Garantiezinses für Kapitallebensversicherungen war bereits im vergangenen Jahr im Gespräch. Die entsprechenden Pläne des Bundesfinanzministeriums stießen – offiziell – auf wenig Gegenliebe in der Versicherungswirtschaft. Denn zu Recht fürchtete man dort, dass Lebensversicherungen noch unattraktiver werden, als sie – bei Lichte betrachtet – heute schon sind.

Denn nicht nur die Renditen, die kapitalbildende Lebensversicherungen tatsächlich erwirtschafteten, sondern auch der gesetzliche Garantiezins befindet sich seit Jahren kontinuierlich im Sinkflug. Mit der erneuten Senkung zum 1. Januar 2011 wird der Garantiezins deutlich unter dem aktuellen Tagesgeldniveau liegen, wie ein aktueller Vergleich zeigt:

Hellhörig wird man, wenn man sich vergegenwärtigt, was die Beweggründe für diese (angeblich) gegen den Willen der Versicherungswirtschaft erfolgte Senkung des Garantiezinses durch den Gesetzgeber waren. SPIEGEL Online schrieb hierzu am 22. Februar 2011:

tl_files/efi-invest/efi_zitat_icon.gifDie Senkung sei im Interesse der Verbraucher. Mit einem niedrigeren maximalen Garantiezins kann verhindert werden, dass Versicherer im Werben um Kunden zu hohe Zinsen anbieten, die sie in den Folgejahren nicht zahlen können.

Mit anderen Worten: Hohen Renditeprognosen vor Vertragsschluss stehen nach jahrelangen Beitragszahlungen nur geringe Erträge gegenüber. Der SWR-«MarktCheck» fasste es am 20. Januar 2011 so zusammen:

tl_files/efi-invest/efi_zitat_icon.gifUnd die Anleger werden im Alter weit weniger Geld herausbekommen, als man sie einst Glauben machen wollte. Auch Rentenversicherungen sind davon betroffen.

Mit einer im Kern identischen Aussage titelte sueddeutsche.de schon vor fast einem Jahr, am 19. März 2010:

tl_files/efi-invest/efi_zitat_icon.gif... und im Alter fehlt das Geld

Diese für Anleger und Verbraucher vollkommen unbefriedigende Entwicklung fasste BankingPortal24.de am 10. Januar 2011 mit deutlichen Worten zusammen:

tl_files/efi-invest/efi_zitat_icon.gifDie einstige Galionsfigur der deutschen Finanzindustrie steht vor dem Fall in die Bedeutungslosigkeit. Die klassische Kapitallebens- bzw. Rentenversicherung erwirtschaftet keine Renditen mehr. (...) Mit der abzusehenden Reduzierung der Garantieverzinsung droht das einstige Erfolgsprodukt seine Existenzberechtigung zu verlieren.

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